Was ist Sexting?

Das Schlagwort „Sexting“ ist in letzter Zeit immer wieder in den Medien an zu treffen. Doch was genau ist darunter zu verstehen? Wie entstehen aus Sexting schwierige Situationen? Welche Herausforderungen stellen sich Jugendlichen dabei? Und wichtige Frage für die älteren unter uns: Wie können Eltern oder andere Bezugspersonen das Thema ansprechen?

Marcel Küng von der Jugendseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich weiss Bescheid.

Sexting bezeichnet das Versenden intimer Fotos von sich oder anderen via Internet oder Mobiltelefon. Dies findet meist im Rahmen einer intimen Beziehung statt. Die Fotos werden in der Regel dem Freund oder der Freundin über SMS, WhatsApp oder Social Media-Plattformen (Facebook, Instagram etc.) geschickt. Es kann aber auch sein, dass Personen solche Bilder versenden, um zu flirten. Wenn dies zum Beispiel viele Jugendliche im engen Freundeskreis machen, kann das andere beeinflussen und unter Druck setzen.

Auch Erwachsene beteiligt

Leider gibt es auch Fälle, in denen Erwachsene mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel und einem Pseudonym mit Jugendlichen Kontakt aufnehmen, um sie zu erpressen. So schreiben z.B. vermeintlich attraktive Frauen junge Männer an und schicken diesen Nacktfotos, um im Gegenzug Bilder von ihnen zu erhalten. Mit diesen können die Personen hinter dem weiblichen Pseudonym dann die jungen Männer erpressen.

Opfer brauchen Unterstützung

Sind intime Fotos erst Mal im Umlauf, ist der Schaden nicht wieder gut zu machen. Die Bilder sind im Internet veröffentlicht.

Wichtig dabei: Wer Opfer wird von missbräuchlich verbreiteten Sexting-Inhalten, braucht keine moralischen Standpauken, sondern Solidarität und Unterstützung. Wenn ein Foto unter Druck erstellt wurde, ist dies Nötigung und kann somit als Straftatbestand bei der Polizei angezeigt werden. Wenn intime Bilder ohne Wissen der Abgebildeten kopiert und veröffentlicht werden, ist dies rechtswidrig und kann je nach Fall strafbar sein.

1-smartphone handy kommunikation IMG_1547-1024x682Ist Gruppendruck im Spiel, betrifft dies oft die Schulklasse der / des Jugendlichen. In diesem Fall lohnt es sich, die verantwortliche Lehrperson und Schulsozialarbeitende einzubeziehen. Sollten Sie von einem Missbrauch von Sexting-Inhalten erfahren, zögern Sie nicht Hilfe von Fachleuten in Anspruch zu nehmen. Auch Pro Juvente bietet Unterstützung und hat Merkblätter zum Thema Sexting oder dem Umgang mit neuen Medien aufbereitet.

Trotzdem ist Vorsicht natürlich besser als Nachsicht. Sprechen Sie mit ihrem Kind über Selbstdarstellung im Netz. Was hält es davon? Sprechen Sie mit ihrer Tochter, ihrem Sohn über Fotos, die riskant sind und über solche, die unproblematisch sind. Ein Foto, auf dem sich jemand attraktiv in Szene setzt und dabei auf sexuelle Anspielungen verzichtet, wirkt oftmals stärker als zur Schau gestellte Sexualität.

Marcel KüngMarcel Küng arbeitet als Berater für Prävention und Neue Medien bei der Jugendseelsorge. Wer Fragen an ihn hat, kann eine Mail an marcel.kueng@jugendseelsorge.ch schicken.

 

 

 

Über diesen Beitrag

  Abgelegt unter Wissen Tags: ,

Kommentarfunktion geschlossen.