Was Kirchen leisten – ein dickes Dankeschön

Dieses Jahr feiert die reformierte Kirchgemeinde Wädenswil nicht nur 500 Jahre Reformation, sondern auch den 250. Geburtstag ihres Kirchengebäudes. Aus diesem Anlass hat sie sich ein besonderes Geschenk ausgedacht. Sie stiftete der Bevölkerung von Wädenswil einen kleinen Park mitten im Zentrum, eine Oase der Begegnung mit Bänken, Bäumen, Wasser und viel Grün.

Ein Geschenk für alle

Ich habe mich über dieses Geschenk sehr gefreut. Vor allem beeindruckte mich, dass die reformierte Kirche uns allen etwas schenkte und nicht nur sich selbst. Auf den Parkbänken dürfen nämlich auch Nicht-Reformierte sitzen, es wird niemand nach seinem Glauben gefragt.

Die reformierte Kirche schenkte der Bevölkerung nichts weniger als einen Ort der Begegnung und der Erholung.

Stärkung des Zusammenhalts in den Gemeinden

Es ist ein treffendes Beispiel dafür, wie die Landeskirchen unsere Gesellschaft mittragen und mitgestalten. Die Studie zu den kirchlichen Tätigkeiten mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung hat gezeigt, dass die Kirchen mit ihrem Wirken nicht nur den Glauben ihrer Mitglieder, sondern auch den sozialen Zusammenhalt in den Gemeinden stärken:

Offene Türen für Lehrlinge: Junge Menschen mit Schwierigkeiten in der Ausbildung finden kostenlose Beratung bei der ökumenischen Stelle «kabel». Foto: Peter Knup

mit Beratungsangeboten für Menschen in Not, mit Bildungsangeboten, Altersnachmittagen, Theaterprojekten, Angeboten für Kinder und Jugendliche, mit Lehrstellenberatung, Suchtberatung, Programmen für Arbeitslose, mit dem Erhalt unzähliger, oft denkmalgeschützter Gebäude, dem Betrieb von Gemeindezentren, die gerne und günstig genutzt werden und eben mit öffentlichen Grünanlagen.

Mitarbeit von tausenden freiwillig Engagierten

Diese Angebote sind für die politischen Gemeinden von grosser Bedeutung. Die Landeskirchen fördern mit ihrem oft unspektakulären Wirken wesentlich auch das Engagement der Menschen in einer Gemeinde. Anders als der Staat können die Kirchen dabei auf die Mitarbeit von tausenden Ehrenamtlichen und Freiwilligen zählen.

Stärkung des religiösen Friedens

Ich stehe zur breiten Volkskirche und finde auch die staatliche Anerkennung wichtig. Die Abmachung ist, vereinfacht gesagt, folgende: Die anerkannten religiösen Körperschaften unterwerfen sich der demokratischen Aufsicht. Der Staat gewährt ihnen im Gegenzug das Steuerrecht und leistet Beiträge für Tätigkeiten von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung.

 

 

 

Mit dieser Mechanik holen wir die Kirchen in die Mitte der Gesellschaft und stärken den religiösen Frieden. Diesen Weg müssen wir weitergehen.

Vor allem verdienen unsere Kirchen ein dickes Dankeschön für die vielen Tätigkeiten und Angebote, die sie nicht nur für ihre Mitglieder, sondern für alle Menschen erbringen, egal woran diese glauben.

 

Der 42-jährige Philipp Kutter ist seit 2010 Stadtpräsident von Wädenswil und vertritt seit 2007 die CVP im Zürcher Kantonsrat. Er ist Fraktionspräsident und Mitglied der Finanzkommission.

Neben diesen politischen Ämtern führt der Historiker und ehemalige Journalist zusammen mit seiner Frau Anja Kutter die Agentur KutterKommunikation.

Das Paar hat zwei kleine Töchter (Lisa und Julia) und bald eine kleine Katze.

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