Priorin Irene: Mit gestärktem Rücken weiterpilgern

Die Tage in Rom waren Schluss- und Höhepunkt des Pilgerprojekts „Kirche mit* den Frauen“. Mit dabei auch Irene Gassmann, Priorin des Klosters Fahr.  Hier ihr persönlicher Rückblick auf diese Tage.

Wir sind in Rom angekommen! Gemeinsam mit verschiedenen Gruppen und zahlreichen Einzelpersonen, die aus der Schweiz, aus Österreich und aus dem Südtirol angereist sind, dürfen wir am 2. Juli den Abschluss des Pilgerweges feiern. Nach einem Stationenweg durch Rom schreiten wir am Nachmittag durch die Heilige Pforte. Am Kathedra-Altar feiern wir mit den Bischöfen und Äbten Eucharistie.

Auszug aus dem Petersdom_FOTO_Kirche mit*den Frauen

Foto Adrian Müller

Im Herzen der katholischen Kirche angekommen

Es ist für mich ein ganz besonderes Gefühl, an diesem Ort zu stehen – unter dem „Heilig-Geist-Fenster“ – ein Ort, der mir bis anhin nur von Bildern oder vom Fernsehen her vertraut war. Hier stehen zu dürfen, angekommen zu sein, im Herzen der katholischen Kirche, an diesem Ort und zu dieser Stunde unser Anliegen für eine geschwisterliche Kirche zu übergeben, ist für mich ein sehr berührender Moment.

Historischer Moment im Gottesdienst

In diesem Gottesdienst wird für mich konkret spürbar, was es heisst, einander den Rücken zu stärken. Während der vergangenen Monate durften wir vom Kernteam für eine «Kirche mit* den Frauen» erfahren, dass die Bischöfe Markus Büchel und Felix Gmür sowie Abt Urban Federer hinter uns und unserem Anliegen stehen.

In dieser Eucharistiefeier als Abschluss des Pilgertages in Rom, dürfen nun wir vom Kernteam den Bischöfen den Rücken stärken. Wir Frauen vom Kernteam und die Rompilgerinnen stehen während der Eucharistiefeier im Altarraum hinter den Bischöfen.

Dies ist ein sehr starkes Bild für eine «Kirche mit* den Frauen». Auch wenn viele der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher dieses Zeichen nicht so wahrnehmen, ist dies doch ein historischer Moment. Aus meiner Sicht wird hier etwas möglich, was für römische bzw. vatikanische Verhältnisse nicht selbstverständlich ist. Das gibt mir Mut und Hoffnung für den weiteren Weg des Projekts.

Hochgebet im Petersdom © 2016 Sylvia Stam kath.ch

Hochgebet im Petersdom © 2016 Sylvia Stam kath.ch

Als Kirche sind wir immer wieder aufgefordert einander den Rücken zu stärken.

Geduld, Ausdauer und Entschiedenheit

Und wie ich in diesen Tagen des Pilgerns gelernt habe, brauchen Pilgerinnen und Pilger drei Dinge: Geduld, Ausdauer und Entschiedenheit. Dies gilt auch für das Anliegen einer geschwisterlichen Kirche.

Pilgerrücksäcke vor dem Altar_FOTO_Kirche mit*den Frauen

  • Geduld ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Damit der Same, welcher seit Beginn und während des Pilgerns gesät wurde, keimen kann, braucht es Zeit, viel Zeit. Geben wir dem Anliegen Zeit!
  • Ausdauer brauchen wir auch. Das bedeutet, dran zu bleiben, weiterzugehen, das Netz weiterzuknüpfen, die Freude und Dynamik weiterzutragen. Ich bin gespannt und freue mich auf die verschiedenen Projekte und Impulse, die aus diesem Pilger-Anfang entstehen werden.
  • Entschiedenheit meint, das Anliegen nicht aus den Augen zu verlieren, sondern mit Entschiedenheit für eine geschwisterliche Kirche weitergehen, auch wenn der Weg noch lange sein kann.

 

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Gestärkt und ermutigt kehre ich nun wieder ins Kloster Fahr zurück und freue mich, weiterhin für eine «Kirche mit* den Frauen» auf dem Weg zu sein.

 

Rom, 4. Juli 2016
Priorin Irene Gassmann

Kloster Fahr

 

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