Auch Kirche bietet Service public für alle

Wir nutzen alle Radio, TV und Internet. Dabei ist die Qualität des Angebots in der Schweiz sehr hoch. SRF bietet im Service public alles was das Herz begehrt: Information, Unterhaltung, Kultur und Religion.

Dass dies nicht selbstverständlich ist, zeigt sich in der scharfen politischen Debatte. Just am 17. Juni 2016 hat der Bundesrat seinen Bericht zum Service public in den Medien veröffentlicht. Das sollte auch die Kirche beschäftigen, meint Charles Martig, Direktor des Katholischen Medienzentrums und liefert die folgenden Gedanken als Blogbeitrag:

Auch Kirche bietet Service public.

Was ist Seelsorge und Diakonie anderes als ein allgemeines Gut, das allen zur Verfügung stehen soll?! Dies ist zumindest eine christliche Grundhaltung, die der katholischen Kirche gut ansteht. Luc Humbel, Präsident der Römisch-katholischen Zentralkonferenz, hat dies an der Veranstaltung „Service public – ein heisses Eisen“ auf den Punkt gebracht:

„Es kann nicht sein, dass jeder nur bezahlt, was er bezieht. Das ist ein zutiefst undemokratischer Gedanke.“ Luc Humbel

Vielmehr gilt sowohl in der Kirche als auch in den Medien der SRG der Grundsatz, dass Leistungen auch in abgelegene Regionen oder gegenüber Minderheiten erbracht werden.

Religion trägt bei zur Integration

Es ist im Interesse der Kirche, dass die öffentlich-rechtlichen Sender ein gutes Angebot an Verkündigung und journalistischen Sendungen zu religiösen Themen anbieten; und zwar in allen Landessprachen. Der Bundesrat bestätigt dies, indem er die Integration von Regionen und Religionen in der Schweiz betont.

Doch sollten wir dies nicht missverstehen: das Zählen von Sendeminuten in Radio und Fernsehen oder die Anzahl Onlne-News zu Religion ist nicht das Hauptziel.

Vielmehr geht es darum, wie in der Öffentlichkeit mit Religion umgegangen wird. Weil Religion öffentlich ist, wird sie auch begründbar und transparent. Das ist ein wichtiger Beitrag der Service public Medien zum Dialog und zum friedvollen Zusammenleben in der Schweiz.

„Service public catholique“

Aber auch die Kirche ist Teil des Service public. Als „ethische Impulszentren für die Gesellschaft“, wie es Humbel formuliert, tragen sie bei zur Integration und stehen ein für Menschenrechte, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Diese Art des Service public ist für den gesellschaftlichen und spirituellen Zusammenhalt in der Schweiz unabdingbar. Deshalb haben auch wir als Kirchenmitglieder und Bürger ein grosses Interesse, dass der Service public weiterentwickelt und gestärkt wird.

Vielleicht bekommen wir in den kommenden Jahren etwas mehr Kultur, Bildung und Religion in Radio, TV und Internet. Allenfalls wird SRF auch etwas weniger auf Quote ausgerichtet sein und mehr auf den allgemeinen Nutzen. Und wenn das alles nicht mehr kostet als heute, so können wir mit gutem Gewissen hinter diesem Service public stehen.

Charles Martig 2016 web

Charles Martig ist Direktor des Katholischen Medienzentrums und Mitglied des Publikumsrats der SRG Deutschschweiz.

 

 

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