Liebfrauenkirche

Spirituelle Oase in Liebfrauen

Zuversicht und Kraft schöpfen vor dem Allerheiligsten, betend den eigenen Gedanken nachhängen. Dazu lädt die spirituelle Oase in der Liebfrauenpfarrei mitten im Alltag ein. Viviane Schwizer hat den stillen Moment besucht.
Die Tür zur Krypta der Kirche zu Liebfrauen ist an Werktagen tagsüber (von 06.30 Uhr bis um 19.30 Uhr) offen. Viele gehen hier ein und aus, um vor dem Allerheiligsten in der Zeit von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu beten.

Türe zur Unterkirche Liebfrauen Zürich

Liebfrauenkirche Kryptatüre FOTO Viviane Schwizer

Neben der «Eucharistischen Anbetung» gibt es in der Pfarrei im Herzen Zürichs viele weitere Angebote.

Eucharistische Anbetung: stilles Dasein reicht

Himmlisch golden strahlt die Monstranz mit der konsekrierten Hostie auf dem Altar in der Krypta der Kirche zu Liebfrauen. Daneben stehen Blumen. Eine Kerze brennt. Die Backsteinwand hinter dem Tisch des Herrn zeigt aber, dass hier auf Erden nicht immer Alltag ist: Jesus hängt am grossen Holzkreuz. Es ist Karfreitag. Noch ist nicht Ostern. Doch die im Raum versammelten Menschen scheinen sich nach dem Durchbruch, nach Licht und Lebensfreude zu sehnen.

Im Halbdunkeln in der Krypta sind etwa zehn Personen versammelt. Manche knien. Jemand hält einen Rosenkranz. Mehrere Frauen aus fremden Kulturen tragen einen Schleier. Ein jüngerer Mann schlägt nach der Kniebeuge das Kreuzzeichen und setzt sich dann nachdenklich in die Kirchenbank. Auch ältere Menschen sind da. Zwischendurch hört man ein Flüstern oder auch das Knarren der Kirchentüre, wenn Menschen kommen und wieder gehen. Das stört aber nicht. In der Unterkirche, die eine schützende Geborgenheit ausstrahlt, ist eine grosse Konzentration spürbar.

Die Menschen beten und hängen ihren Gedanken nach. In der «Eucharistischen Anbetung» reicht das blosse Dasein, glaubend an die göttliche Präsenz.
Josef-Michael Karber, Pfarrer in Liebfrauen, sagt zur «Eucharistischen Anbetung»: «Jesus Christus ist Mitte und Haupt der Kirche. Im Zeichen des Brotes, das er uns selber als sein Testament hinterlassen und uns gesagt hat – das bin ich selber, bleibend gegenwärtig – schauen wir ihn und erkennen, dass er für uns Lebensmitte und Lebensmittel ist. So kommen wir zu ihm im Vertrauen darauf, dass er uns stärkt und Ruhe verschafft.»

«Sequentia», «Vigilfeier» und Rosenkranzgebet

Neben der «Eucharistischen Anbetung» gibt es in der Pfarrei Liebfrauen viele weitere Werktagsangebote. Beliebt ist die «Sequentia», die jeweils am 1. Samstag im Monat zu Stille, Liedern und modernen Impulsen einlädt (19.15 – 20.00 Uhr, Einsingen um 18.30 im Pfarreizentrum). Geleitet wird die poetische und ökumenische Feier von Luzia Raeber und Franziska Piederman Beerle. Nach der Feier in der Kirche wird zum Markt der Köstlichkeiten im Foyer des Pfarreizentrums eingeladen.

Liebfrauenkirche

Liebfrauenkirche Zürich FOTO Viviane Schwizer

Wer einfach «Schweigend vor Gott» sein will, hat am Dienstagabend (19.00 – 21.00) Gelegenheit zur Anbetung vor dem Allerheiligsten in der Kirche. Begleitet wird diese spirituelle Zeit von einfachen meditativen Gesängen, die jede halbe Stunde wiederholt werden. Die Leute können in der angegebenen Zeit kommen und gehen nach Belieben.

Geschätzt wird auch die Vigilfeier, jeweils am 2. Samstag im Monat (20.00 – 21.00 h, Einsingen im Pfarreizentrum um 19.00 h) als Einstimmung auf den Sonntag: Das meditative Nachgebet unter dem Motto «Singen, schweigen, hören – Warten auf das Ereignis Gottes» wird von P. Peter Spichtig geleitet.

Beten – ganz unterschiedlich

In der Krypta treffen sich jeden Mittwoch um 19.15 Uhr junge Erwachsene und Jugendliche zum gemeinsamen Lobpreisgebet in der Krypta. Das ist ein freies Gebet, dazu werden moderne geistliche Lieder gesungen. Eingeräumt wird aber auch eine Zeit für Stille und für die Schriftbetrachtung. Am letzten Freitag des Monats trifft sich um 19.30 Uhr die charismatische Gemeindeerneuerung zum gemeinsamen Gottesdienst in der Krypta. Zudem finden sich regelmässig Gläubige zum täglichen Rosenkranzgebet in der Krypta um 17.30 Uhr ein.

«Das Rosenkranzgebet ist für Viele das wichtigste Gebet, weil sie dabei den Weg betrachten, den Maria mit Jesus gegangen ist. Im Rosenkranzgebet wird uns in einer Kurzform das Heilsereignis in Jesus Christus vor Augen geführt». Pfarrer Josef Karber

Nicht zu vergessen sind die täglichen Eucharistiefeiern um 06.45 Uhr, um 08.30 Uhr und 18.15 Uhr in der Liebfrauenkirche. Zur Beichte kommen kann man zudem von Montag bis Freitag von 07.45 Uhr bis 08.25 Uhr und von 17.30 Uhr bis 18.10 Uhr, sowie am Samstag von 16.00 Uhr bis 17.30 Uhr.

Text und Fotos: Viviane Schwizer

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