Pfadi trotz allem – Positives für alle

Warum engagiert sich jemand freiwillig? Anna Weisshar aus Winterthur ist Leiterin bei der „Pfadi trotz allem“ und gibt einen ganz persönlichen Einblick, was sie motiviert und herausfordert.

Warum ich mich freiwillig engagiere

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Ich bin Leiterin in derPfadi trotz allem“  (PTA) Winterthur, einer Pfadi-Gruppe für Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung. Jeden Samstag findet an einer Bushaltestelle in Winterthur ein Treffen statt. Von dort laufen wir meist mit einer Märchengestalt, welche unsere Hilfe benötigt, zum Wald und erleben spannende Abenteuer, die oft mit einer gebratenen Wurst oder einem warmen Tee auf dem Feuer enden. Im letzten Quartal halfen wir zum Beispiel Kasper und Seppli, den Räuber Hotzenplotz zu überlisten. Im Moment können ungefähr 15 Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung an unserem Programm teilnehmen, die Warteliste ist aber lang. Leider können wir nur so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei uns aufnehmen, wie es die Leiterkapazität erlaubt.

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Gemeinsam im Sommerlager

Herausforderung im freiwilligen Engagement

Weil alle „Pfadi-trotz-allem“-Gruppen der Schweiz immer mit Leiterknappheit kämpfen, habe ich mir überlegt, was uns dieses freiwillige Engagement gibt.

Ich konnte beobachten, dass der Glaube für viele junge Menschen, welche sich auf solch einen unbezahlten, verantwortungsvollen Job einlassen, eine wichtige Rolle spielt.

Bereits im jungen Alter habe ich begonnen zu ministrieren. Ich habe vieles gelernt und konnte bald Verantwortung für die Jüngeren übernehmen. Bevor ich den Job als Oberministrantin an den Nagel hängte, suchte ich mir eine neue Herausforderung und landete in der „Pfadi trotz allem“. Die hat mit der Kirche nichts zu tun und trotzdem können viele Parallelen gezogen werden:

Auch die Kirche, so wie ich sie kenne und schätze, funktioniert nur dank des freiwilligen und leidenschaftlichen Einsatzes vieler Menschen. Diese Menschen holen sich die Kraft dafür im Glauben.

Die eigene Umgebung verändern

Sommerlager der Pfadi trotz allem

Sommerlager der Pfadi trotz allem

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein ganz ähnlicher Glaube bestärkt mich auch darin, meine Arbeit immer wieder fortzusetzen:

Ich habe die Überzeugung, dass jeder in seiner nächsten Umgebung die Verantwortung dafür übernehmen muss, dass alle Menschen die bestmöglichen Chancen erhalten. Mir wurden viele Privilegien wie

  • Gesundheit,
  • Reichtum oder
  • Selbstständigkeit geschenkt.

Wenn ich mit dieser Kraft Menschen eine sorgenfreie Umgebung bieten kann, welche mehr darauf angewiesen sind, als ich es bin, dann habe ich sicher im Sinne von Gott gehandelt. Davon bin ich überzeugt.

Das Wissen darum bringt mir wiederum einen inneren Frieden und die Gewissheit, dass ich zwar nicht die Welt, aber doch meine Umgebung etwas verbessern kann. Obwohl ich viel Energie und Kraft in meine Tätigkeit hineingebe, erhalte ich also auch viel zurück:

  • Freude,
  • Dankbarkeit,
  • Wertschätzung,
  • die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen,
  • eine Gruppe zu führen und anzuleiten,
  • und nicht zuletzt viele gute Freunde.

Ich hoffe, dass noch mehr junge Menschen diesen Weg für sich entdecken und beschreiten, in einer Welt, welche für sie manchmal fast zu viele Wahlmöglichkeiten bereitstellt.

Foto Anna Weisshar 2

 

 

Anna Weisshar ist aktiv in der «Pfadi trotz allem Atlantis» und stammt aus der Pfarrei St. Ulrich Winterthur.

 

Alle Fotos: Pfadi trotz allem 

Ein Kommentar zu “Pfadi trotz allem – Positives für alle

  1. Stefan Arnold schrieb am :

    Liebe Frau Weisshar

    Für den tollen Beitrag möchte ich Ihnen herzlich danken. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an dem gemeinsamen Weg mit Menschen mit Behinderung.

    Liebe Grüsse

    Stefan Arnold
    Kath. Behindertenseelsorge Zürich

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