Werbung für Kriche

Kirchenberuf? Eine grosse Chance!

«Das meinen Sie jetzt nicht im Ernst, oder?» Ziemlich entgeistert schaute der Chefarzt sein gegenüber an. Wollen Sie wissen, warum der Psychiater ins Zweifeln kam? Dann lesen Sie den Blogbeitrag von Gaby Wyser. Sie verrät es. Und auch, warum es ihm manchmal zum Davonlaufen ist.

Portrait Gaby Wyser

Gaby Wyser FOTO Agentur Weissgrund

Gaby Wyser ist Mitinhaberin der Kommunikationsagentur Weissgrund und betreut das Projekt „Chance Kirchenberufe“, eine professionell geführte Kampagne zur Nachwuchsförderung kirchlicher Berufe. Sie setzt das Projekt im Auftrag der Deutschschweizer Ordinarienkonferenz um. Gesteuert wird das Ganze von einem Projektausschuss, in dem die Landeskirchen, die Bistümer und die theologischen Fakultäten vertreten sind. Sie gibt Einblick in die Kampagne und ihre Arbeit:

Gutes Personal ist schwierig zu finden

«Das meinen Sie jetzt nicht im Ernst, oder?» Ziemlich entgeistert schaute mich der Chefarzt an. Ich fuhr mit ihm nach einer Besprechung zurück nach Zürich. Dabei hatte er mir von den Schwierigkeiten erzählt, gutes Personal in der Psychiatrie zu finden. Zum Davonlaufen sei das manchmal!

«Ich bin für die Konkurrenz an der Arbeit», sagte ich zu ihm. «Die hat zwar auch Schwierigkeiten, genügend Leute zu finden. Aber die Aufgaben sind breiter als jene der Psychiater: Da geht es nicht nur um Belastendes und Krankheit, sondern auch um beglückende und alltägliche Situationen. Nur für den Fall, dass Sie das Davonlaufen tatsächlich in Erwägung ziehen – wie wär‘s mit Seelsorge?»

Kirchenberuf? Eine grosse Chance!

Natürlich hatte ich es nicht ernst gemeint. Ich weiss unterdessen gut, wie viel es mit der Wahl eines Seelsorge-Berufs auf sich hat. Trotzdem – oder gerade deswegen – erzähle ich gern vom Projekt «Chance Kirchenberufe».

Die öffentlich wahrnehmbare Suche nach frischen Kräften für die katholische Kirche löst ganz unterschiedliche Reaktionen aus: von Erstaunen über Neugierde bis Freude, von Fragezeichen bis zu Kritik. Allein damit ist ein wichtiges Ziel erreicht.

Dass die «Nachwuchssuche» in der katholischen Kirche wieder mehr ins Blickfeld gelangt und zum Handeln motiviert.

Blickartikel Priester

Screeenshot Blick „Auf dem Bau wurde zu viel geflucht“

Werbung für Kirchenberuf:  geht das?

Da sind die kritischen Stimmen, die sicher sind, dass für Seelsorgeberufe nicht geworben werden kann – weil es kein normaler Job ist, sondern um Berufung geht. Letzterem pflichte ich fraglos bei. Dass das öffentliche Aufmerksam-Machen und Ins-Gespräch-Bringen sehr wohl Wirkung zeigt, belegen die Erfahrungen der letzten Monate. Bei der Lancierung im Oktober 2013 waren die Plakate zum ersten Mal in Bussen, Zügen und Trams und vielen Deutschschweizer Pfarreien sichtbar. Obwohl wir weder Skandal noch Sensation zu bieten hatten, berichteten bis Mitte November über 50 Medien darüber, von der Aargauer Zeitung über den Blick bis 20Minuten oder das Fernsehen. In dieser Zeit meldeten sich so viele Interessierte bei der Informationsstelle für Kirchenberufe wie sonst in mehreren Monaten!

Und da sind die positiven Stimmen, die sich freuen, dass in aller Öffentlichkeit für Nachwuchs in ihrem Berufsstand geworben wird. Die uns sagen, dass sie mit dieser Hilfestellung gerne hinstehen und darauf aufmerksam machen, wie viele Chancen Kirchenberufe bieten.

Berufsfeld Spitalseelsorge

Spitalseelsorgerin Tatjana Disteli

Die ersten Erfahrungen sind beflügelnd!

Mindestens bis 2017 bleiben wir dran – auf diese Dauer ist das Projekt angelegt. Und wir freuen uns über jede neue Botschafterin und jeden neuen Botschafter, der auf dem eigenen Facebook-Auftritt, auf der Website, in einer Publikation, im Bekanntenkreis auf die Infoplattform hinweist.

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Ein Kommentar zu “Kirchenberuf? Eine grosse Chance!

  1. Ich sehe die Kampagne nicht nur positiv. Auch mir ist sie in den ÖV aufgefallen. Mein Gedanke dazu war allerdings eher: es scheint sehr wenige gut qualifizierte Leute zu geben, die in der Kirche arbeiten wollen. Deshalb hat es die Kirche nötig, verzweifelt Werbung zu machen, dass sie doch tatsächlich auch als Arbeitgeber etwas zu bieten hat…