Vom Flüchtling zur Schweizer Bürgerin

Sie musste aus Eritrea fliehen, heute ist die Schweiz ihre Heimat. Die Geschichte der Einbürgerung einer Flüchtlingsfrau. 

Flüchtlingen ist der erste Schwerpunkt gewidmet, den der Schweizerische Katholische Frauenbund sich für die Jahre 2017 und 2018 vorgenommen hat. Barbara Acklin von der Geschäftsstelle Zürich beschreibt den 15jährigen Weg der Flüchtlingsfrau A.L. von der Ankunft in der Schweiz bis zum Erhalt des Schweizer Passes.

Vom Flüchtling zur CH-Bürgerin

A.L. gehört schon seit etlichen Jahren zu unserem Team. Sie ist ein Flüchtling.

Nachfolgend lesen Sie in abgekürzter Form und stichwortartig ihren Werdegang, seit sie im Jahr 2002 alleine aus Äthiopien in die Schweiz kam:

  • 7 Monate im Asylzentrum in Thalwil mit Bewilligung N (= Personen die im Asylverfahren stehen = nicht arbeiten, das Land nicht verlassen dürfen)
  • zwei Jahre in Affoltern am Albis
  • Erste Schwangerschaft
  • 2006 erstmals als Klientin Überbrückungshilfe erhalten bei unserer Beratungsstelle tandem
  • 2007 zweite Schwangerschaft
  • F-Bewilligung erhalten = vorläufig aufgenommen. Diese Bewilligung muss jedes Jahr neu beantragt werden.
  • 2011 haben wir für A.L. eine Arbeitsbewilligung beantragt und sie als Reinigungsfrau angestellt (inkl. Antrag Migrationsamt, Amt für Wirtschaft und Arbeit, Anmeldung Quellensteuer, etc.)
  • Erweiterung des Arbeitsgebietes auf die Büros von ProFilia und auf private Haushalte.
  • Gemeinsam Bewerbungen verfasst, Lebenslauf aktualisiert, Fotos gemacht, Empfehlungen geschrieben, etc.
  • 2014 Praktikum bei einer KITA im Rahmen eines Beschäftigungsprogrammes
  • 2015 drei Monate Praktikum in einer KITA und danach Festanstellung zu 50%. Dies bedeutete die Loslösung vom Sozialamt.
  • 2016 B-Ausweis erhalten, Aufstockung auf 60% bei der KITA und Anmeldung für die Einbürgerung.
  • 2017 Aufstockung auf 70% plus auf Empfehlung Katholischer Frauenbund Zürich neue Anstellung für 20% bei der HIV-Aidsseelsorge
  • Während diesen vergangenen 14 Jahren hat A.L. ihre Familie in Äthiopien nicht mehr gesehen

Der 14. März 2017 hat für A.L. eine ganz spezielle Bedeutung: Sie hat an diesem Tag den Schweizer Pass erhalten, die Einbürgerung war vollzogen!

Im August ist A.L. in ihre Heimat geflogen, hat ihren Vater besucht, ihre Schwiegereltern kennengelernt. Und endlich haben die Grosseltern die beiden Enkel zum ersten Mal gesehen.

Dieselbe Zukunft wünschen wir auch einer alleinerziehenden Mutter von vier Kindern aus Eritrea – auch ein Flüchtling. Sie hat an unserer Delegiertenversammlung im Sommer zum ersten Mal mitgeholfen. Auch für sie haben wir die ganzen Anträge eingereicht und eine Arbeitsbewilligung eingeholt. Wir hoffen, dass sie als Flüchtling in unserem Land weitere Chancen erhält.

Katholischer Frauenbund wird 100 Jahre alt

Der Katholische Frauenbund Zürich ist vielseitig tätig und setzt sich für die Anliegen von Frauen ein. 2019 feiert er sein 100jähriges Bestehen.

 

Barbara Acklin leitet die Geschäftsstelle des Zürcher Frauenbundes.

 

 

make up! ist das Impulsthema des Dachverbandes Schweizerische Katholische Frauenbund  und aller Kantonalverbände für die Jahre 2017-2021 und beinhaltet die Themen «Flüchtlinge», «Care-Arbeit», «Mitwelt und Schöpfung».

 

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