Offene kirchliche Jugendarbeit macht Mut!

Offene kirchliche Jugendarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Lebensgestaltung von Kindern und Jugendlichen. Sie orientiert sich an den Lebenswelten und Interessen der jungen Menschen. Ihre Prinzipien sind Offenheit, Freiwilligkeit, Mitbestimmung, Bildung und Freizeit.

In der offenen Jugendarbeit erfüllt die Kirche einen diakonischen Auftrag. Das diakonische Wirken an den sozialen, gesellschaftlichen Brennpunkten gehört zu den Grundaufträgen der Kirche. Durch Angebote wie Offene Jugendtreffs, Projekte und Freizeitangebote wird Kirche für junge Menschen erlebbar. Sie ist dadurch im Alltag der Jugendlichen präsent und wird von der Gesellschaft positiv wahrgenommen.

Trotzdem stellen sich immer wieder drängende Warum-Fragen:

  • Warum nur gerät die offene kirchliche Jugendarbeit aus dem Blickfeld der katholischen Kirche?
  • Warum nur wird sie vielerorts nicht mehr als „Kerngeschäft“ der Kirche angesehen?
  • Warum nur gerät die offene kirchliche Jugendarbeit unter Legitimationsdruck?

Dabei liegen die Argumente für eine offene kirchliche Jugendarbeit auf der Hand:

Als Akteure sind wir in der offenen kirchlichen Jugendarbeit einzigartig

Die Kirche als Träger von offener kirchlicher Jugendarbeit steht für ein christlich geprägtes Menschenbild und will junge Leute befähigen, als freie, kritische, selbst- und verantwortungsbewusste Menschen zu leben. Die Beteiligung ist für Jugendliche aller Glaubensrichtungen offen.

Die Jugendlichen können …

  1. ohne Leistungsdruck mitarbeiten
  2. Neues ausprobieren
  3. spirituelle Momente erleben
  4. eigene Fähigkeiten (wieder-)entdecken
  5. Grenzerfahrungen machen
  6. Gemeinschaft erleben und mitgestalten
  7. achtsamen Umgang erfahren
  8. Kirchenleute alltagsnah erleben

Wir unterscheiden uns von der Jugendarbeit der politischen Gemeinde

„Offene Jugendarbeit wird bereits genug von der Kommunalen Jugendarbeit geleistet!“

Es ist richtig: Gemeinden und Kantone investieren bereits viel in die Offene Jugendarbeit. Es gibt aber inhaltliche Unterschiede. Die kommunale Jugendarbeit ist entsprechend ihrem politischen Auftrag stärker der Präventionsarbeit und dem politischen Einbezug der Jugendlichen verpflichtet. Die offene kirchliche Jugendarbeit hat ihren Fokus in der Förderung der ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung. Präventionsarbeit und Gesundheitsförderung sind ergänzende Aufgabenstellungen.

Offene kirchliche Jugendarbeit nützt der Kirche

Die Arbeit mit Jugendlichen gibt der Kirche die Chance dynamisch und offen für aktuelle Entwicklungen zu bleiben. Die Zusammenarbeit mit Jugendlichen fordert uns heraus, den Nutzen des eigenen Tuns stets kritisch zu prüfen.

Es gibt ganz offensichtlich keinen Grund, sich als Kirche von der offenen kirchlichen Jugendarbeit abzuwenden. Im Gegenteil: Es stünde uns gut zu Gesicht, mehr in diesen Bereich zu investieren! Dazu benötigen wir aber nebst Ressourcen vor allem zwei Dinge, die uns in der Kirche nicht immer leicht fallen: Mut und Offenheit!

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Offene  kirchliche Jugendarbeitmacht Mut

Weil der Verein Deutschschweizer JugendseelsorgerInnen (Jusesoverein) von der offenen Jugendarbeit überzeugt ist, startete er eine Kampagne, um die Arbeit wieder mehr in den Fokus der kirchlichen Trägerschaften zu rücken. Der Slogan der Kampagne lautet:

Offene Kirchliche Jugendarbeit – MACHT MUT.

Der Jusesoverein will Entscheidungsträger(innen) ermutigen, in die offene Jugendarbeit zu investieren und arbeitet zurzeit an einer Informations- und Werbebroschüre. Diese wird im Rahmen der Mitgliederversammlung des Jusesovereins im November 2015 vorgestellt.

Fachtagung zu offener kirchlichen Jugendarbeit

Interessierte sind herzlich zur Fachtagung Offene kirchliche Jugendarbeit eingeladen. Nähere Infos finden Sie hier.

Mitarbeiter Jugendseelsorge Zürich

 

 

Frank Ortolf ist Leiter der Jugendseelsorge Zürich.

 

 

 

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