Ein Jubilar mit Bischofsring!

Er darf feiern: Seit 50 Jahren Priester, wird em. Weihbischof Paul Vollmar in diesem Monat 80 Jahre alt. Er blickt dankbar zurück. Und hoffnungsvoll in die Zukunft, wenn er an Papst Franziskus, Familiensinn und Kollegialität denkt. Aschi Rutz hat ein Gespräch mit dem emeritierten Weihbischof Paul Vollmar geführt.

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Paul Vollmar kommt vom Mittagessen. Er hat den Kaffee bereits getrunken. Die Begrüssung ist herzlich, das Gespräch offen und rasch tiefgründig.

«Ich fühle mich Jesus stark verbunden, gerade weil ich auf ein Leben unter dem Kreuz zurückblicke.»

Aufgewachsen mit sechs Geschwistern bedrückten den jungen Paul Sorgen mit der eigenen Gesundheit, der kränkelnden Mutter und der kriegsbedingten Abwesenheit des Vaters. Im Orden der Marianisten sucht und findet er Gemeinschaft und Spiritualität, die in seinem ganzen Leben zentrale Anker werden. Als Priester hat ihn besonders das seelsorgerliche Begleiten von jungen Menschen erfüllt: als Spiritual die Seminaristen, als Rektor und Lehrer die Schülerinnen und Schüler der Freien Katholischen Schulen Zürich.

Jesus sagt es selber: „Wo euer Schatz ist, da ist euer Herz“ (Lk 12,34).

Jesus sagt es selber: „Wo euer Schatz ist, da ist euer Herz“ (Lk 12,34).

«Dem Kirchenrecht ist das pastorale Herz abhandengekommen.»

Paul Vollmar stellt besorgt fest, dass in den Leitungsfunktionen der Kirche die Seelsorger abhandengekommen sind. Er vermisst das Verständnis für die Zeichen der Zeit, für die Trauer und Angst, die Freude und Hoffnung sowie die drängenden Anliegen und Fragen der Mitmenschen, vor allem auch der Jugend. Der pastorale Aspekt des Hirtendienstes erstickt seiner Meinung nach am enggeführten Blick auf das Kirchenrecht.

«Gemeinschaft und Kollegialität sind für mich zentral.»

Mit der Übernahme der Aufgabe als Weihbischof zur Befriedung der Churer Bistumskrise hat Paul Vollmar die Beheimatung in der Gemeinschaft seines Ordens zurücklassen müssen. In Weihbischof Peter Henrici gewann er einen zuverlässigen und vertrauensvollen Weggefährten. Die gegenseitige brüderliche Unterstützung hat über die schwierige Zeit hinweggetragen.

«Ich wünsche mir, dass Franziskus gesund bleibt.»

In der Pfarrei Heilig Geist in Höngg ist Paul Vollmar noch immer als Priester im Einsatz. Er steht Gottesdiensten vor und predigt gerne. Hier erfährt er ein Stück Gemeinschaft, die ihm so wichtig ist und Hoffnung gibt. Hoffnungsvoll stimmt ihn auch, dass Papst Franziskus eine Schule des Marianistenordens absolviert hat: Nicht zufällig prägt ihn ein feinfühliger Sinn für Familien und Gemeinschaft. Paul Vollmar ist überzeugt, dass dies der Schlüssel für ein konstruktives Miteinander auf dem Weg der Kirche in die Zukunft ist.

«Ich nehme zur Kenntnis, dass die Kräfte nachlassen.»

In seinem Leben ist er viel gereist. Diese Zeit ist vorbei. Paul Vollmar möchte noch einige Jahre als Seelsorger wirken, um immer wieder neu die Gegenwart Gottes zu entdecken. Und als Getaufter und Gefirmter an seinem Marmorblock meisseln. 1-IMG_3010 Sagt’s und macht sich gelassen auf den Weg – mit Jesus im Herzen. —-

Der Synodalrat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich und das Generalvikariat Zürich-Glarus gratulieren Weihbischof Paul Vollmar zum goldenen Priesterjubiläum und zum 80. Geburtstag. Wir danken ihm für seinen herdennahen Hirtendienst und wünschen ihm gute Gesundheit und Gottes Segen.

Die Pfarrei Heilig Geist in Zürich-Höngg feiert den 80. Geburtstag und das 50jährige Priesterjubiläum von Weihbischof Dr. Paul Vollmar am Sonntag, 26. Oktober. Der Festgottesdienst beginnt um 10 Uhr, die Predigt hält Pfarrer Franz Stampfli, Konzelebranten sind Josef Annen, Peter Henrici, Stini Durrer und Werner Thoma. Die Feier wird musikalisch umrahmt von der Cantata Prima mit Werken von Bach und Mozart. Im Anschluss sind alle zu einem Apéro eingeladen.

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