Neuland: Ein Dokumentarfilm zur Integration

Sie sind weit gereist – per Flugzeug, Zug, Bus oder Boot, weil sie in ihrer Heimat ihre Träume nicht leben konnten und einer unsicheren Zukunft entgegenblickten. Jetzt finden sich die 15 bis 20jährigen Jugendlichen in der Integrationsklasse von Lehrer Christian Zingg in Basel wieder. Die Filmemacherin Anna Thommen hat den schweren Weg der jungen Menschen mit einen bewegenden Dokumentarfilm aufgezeichnet. Das mehrfach preisgekrönte Werk gilt als einer der wichtigsten Beiträge zur Migrationsdebatte der letzten zehn Jahre. Entstanden ist es mit der Fama Film AG und Zürcher Hochschule der Künste zhdk in Kooperation mit SRF Schweizer Radio und Fernsehen. Der Film Neuland wurde unter anderem auch von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich finanziell unterstützt.

Die reformierte Pfarrerin Melanie Pollmeier aus Kandersteg hat sich den Film angeschaut und beschreibt ihn im Medientipp so: „Die jungen Menschen mit Migrationshintergrund, die oft im Niedriglohnbereich bei uns arbeiten, sieht man nach dem Dokumentarfilm mit anderen Augen. Möglicherweise haben sie einen ähnlichen Weg zurückgelegt, wie die 16 in «Neuland» Porträtierten, die ihre Heimat meist gegen ihren Willen verlassen mussten. Anna Thommen begleitet die Jugendlichen bei ihren ersten Gehversuchen in der Schweiz. Angeleitet und unterstützt werden sie von ihrem Klassenlehrer Christian Zingg, der die Integrations- und Berufswahlklassen in Basel unterrichtet.

Junge Migrantin in der Schweiz; Bildrechte: Filmcoopi

Junge Migrantin in der Schweiz; Bildrechte: Filmcoopi

Er nimmt seine Verantwortung gegenüber seinen Schülerinnen und Schülern in berührender Weise wahr und hat ein klares Ziel: Er will den Neuankömmlingen zeigen, wie das Leben in der Schweiz läuft und ihnen bestenfalls zu einem Ausbildungsplatz verhelfen. Dabei macht er sich und ihnen keine Illusionen, dass es schwierig ist, in einem fremden Land einen beruflichen Einstieg zu finden. Trotzdem wird er nicht müde, ihren Glauben an sich selbst und eine bessere Zukunft zu stärken.

«Neuland» ist ein bewegendes Porträt junger Menschen und ihrer Hoffnung auf eine neue Zukunft in einem für sie unbekannten Land mit fremder Sprache und Kultur. Sie bewegen sich dabei im Spannungsfeld von Integration und Heimweh, von traumatischer Vergangenheit und Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Die Figur des Lehrers Christian Zingg macht in besonderer Weise deutlich, wie wichtig es ist, dass jemand an sie glaubt.“

Der Trailer

SRF Kulturplatz Schweiz

Der Film war Ende März auch Thema im Kulturplatz Schweiz und erhielt diese Filmkritik: „Anna Thommen ist ein Porträt geglückt, das auf die Nöte und Schwierigkeiten von Asylanten in der Schweiz aufmerksam macht und mit Vorurteilen über die Einwanderer aus fremden Ländern aufräumt. Was wir hier sehen sind Menschen wie du und ich. Was dem Film fehlt ist der Rhythmus und eine gewisse Stringenz in der Erzählung. Das ist schade, verliert man doch ein wenig das Interesse an den Protagonisten und ihren spannenden Lebensläufen. Bei allen Defiziten ist «Neuland» ein sehenswerter Film.“

Der Film läuft seit 27. März in den Schweizer Kinos. Er ist auch zum Verleih erhältlich bei Filmcoopi.

Die Katholische Kirche im Kanton Zürich unterstützt regelmässig Filmprojekte. Diese Finanzierung geschieht mit Steuergeldern, die auch von juristischen Personen kommen. Damit das auch in Zukunft möglich wird bitten wir Sie, am 18. Mai ein Nein zur Abschaffung der Kirchensteuer in die Urne zu legen.

Update vom 21. Mai 2014: auf katholischbl.bs ist ein längeres Interview mit Christian Zingg, dem Lehrer aus „Neuland“ erschienden.

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